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VERTEIDIGUNG

Deutscher baut Drohnen in Ukraine: Widerstand mit Lötkolben

Konrad Walter, Sozialarbeiter und Grünen-Mitglied, fährt regelmäßig in die ukrainische Hauptstadt, um dort zu helfen: Erst baute er zerstörte Gebäude wieder auf, inzwischen lötet er in einem ehemaligen Blumenladen Drohnen für den Krieg zusammen.

13.01.2026 14:57
Drohnen spielen im Krieg in der Ukraine eine entscheidende Rolle. Foto: Adobe Stock / seeasign
Drohnen spielen im Krieg in der Ukraine eine entscheidende Rolle. Foto: Adobe Stock / seeasign

Der Lötkolben in Konrad Walters Hand kann sich auf bis zu 400 Grad Celsius aufheizen. Wenn der 39-jährige Stuttgarter in der Werkstatt in Kyjiw Videotransmitter an ein Drohnengestell lötet, ist Präzision gefragt. Auch der Verantwortungsgrad ist hoch, da Walter nicht mit handelsüblichen Geräten hantiert: Die Werkstatt stellt an einem geheimen Ort in der ukrainischen Hauptstadt Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte her und sieht ganz anders aus, als man sich ein High-Tech-Labor oder ein Widerstandsnest aus Hollywood-Filmen vorstellt. Unsere Mitarbeiterin vor Ort findet dort weder sterile Oberflächen noch bärtige Guerilleros mit umgebundenen Munitionsgurten vor. Die Werkstatt befindet sich in einem ganz normalen Büro in einem ganz normalen Haus, dessen Fenster abgeklebt sind, um die Außeneinsicht zu verdecken. An den Wänden stehen Regale und Tische voller Komponenten, ein Plattenspieler spielt ukrainische Musik und Evergreens; ein knallorangener Sessel gehört den Hunden der Freiwilligen. Keins der Möbelstücke passt zueinander, alles wurde von den Freiwilligen aus ihren eigenen Häusern hergeschleppt.

Auch zum Ende des vierten Kriegsjahres findet der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine kein Ende. Allein am Heiligabend töteten Moskaus Luftangriffe mehrere Zivilisten im ganzen Land. Doch auch der Strom der Unterstützung aus dem Westen bricht nicht ab: Über die Grenzen des angegriffenen Landes kommen Waffen, Hilfsgüter – und auch Menschen aus der EU und Deutschland. Auch Kyjiw selbst bleibt eine lebendige Metropole trotz Krieg: Cafés, Bars, Kunstgalerien sind offen, Menschen treffen sich auf Plätzen, diskutieren über Politik und Kultur, als sei Normalität ein Akt des Widerstands. Laut VisitKyiv.com, einem unabhängigen Informationsprojekt für ausländische Ukraine-Besucher, sind allein im ersten Halbjahr 2025 fast 1,2 Millionen Ausländer in die Ukraine eingereist. Nach Angaben des Grenzschutzes stammten davon rund 25.000, wie Konrad Walter, aus der Bundesrepublik. In seiner Heimat ist Walter bei den Grünen aktiv. 

Konrad Walter und die Ukrainerin Kseniia Kalmus. Foto: Privat
Konrad Walter und die Ukrainerin Kseniia Kalmus. Foto: Privat

Nicht alle von ihnen haben hehre Motive: Manche kommen auch, um eine günstige Zahnbehandlung zu bekommen oder als bloße Kriegs-Touristen. Walter hat jedoch andere Ziele: „Ich hätte nie gedacht, dass ich in meiner Freizeit einmal Drohnen für ein Schlachtfeld zusammenbaue. (…) Ich mach das aber, weil ich die Verteidigungsfähigkeiten der Ukraine im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten unterstützen möchte“, erzählt der Stuttgarter. „Ich habe ja nicht darauf gewartet, dass ich endlich etwas potentiell Tödliches produzieren darf. Wie alle Ukrainerinnen und Ukrainer hätte auch ich am liebsten nie etwas mit einem Krieg zu tun gehabt.“ Die Zerstörung des Landes durch die russischen Besatzer machte den gelernten Sozialarbeiter jedoch notgedrungen zum Drohnen-Konstrukteur. 

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