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Funktioniert das einfache Glück der Anfangstage auch ein halbes Jahrhundert später, unter ähnlichen Bedingungen? Ein Camping-Selbstversuch auf Sylt.
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Als ich vor 46 Jahren die Frau meines Lebens kennenlernte, brauchte unsere Liebe nicht mehr als ein winziges Zelt, einen Schlafsack und einen Kassettenrekorder mit Pink Floyd. Wir nächtigten unter freiem Himmel auf Sylt. „Basic Camping“ nannten wir dieses einfache, unbeschwerte Lebensgefühl. Von der Nordseeinsel, ihren Stränden und Menschen, habe ich damals nichts mitbekommen, doch ihr Name wurde zum Symbol für die große Liebe.
Das winzige Zelt von damals gibt es längst nicht mehr. Doch der Grundgedanke – das große Glück auf kleinstem Raum unter einer Nylonplane – hat offenbar überlebt. Jüngst überraschte mich meine Frau mit dem Vorschlag, wieder „Basic Camping“ wie damals zu machen. Die Vorstellung klang abenteuerlich: Funktioniert heute noch, was damals pures Glück bedeutete? Ein Leben aus dem Koffer auf engstem Raum? Der Kriechgang unter Nylonbahnen mit 68 und 74 Jahren, heute mit leichten Hüftschmerzen? Doch die Idee, es einfach zu probieren, war größer als die Bedenken.
Wir starten nach Sylt. In den letzten Jahrzehnten haben wir hier ein paar Mal Hotelurlaub in Westerland gemacht und uns in den Charme von Keitum verliebt. Nun bauen wir nach 46 Jahren auf dem Campingplatz Westerland ein Zelt auf. Was damals eine Sache von Minuten war, ist heute eine Kraftprobe. Schließlich verzichte ich genervt auf das an der Decke aufzuknüpfende Innenzelt. Eine Entscheidung, die sich rächen soll.
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