Keine Sprache hält ewig und Wissen geht verloren: Wie können Generationen noch in Tausenden Jahren vor der Gefahr von Atommüll gewarnt werden? Erstmals arbeitet ein Team in einer Bundesbehörde an Warnungen für die Ewigkeit.
Atomkraftwerk: Auch wenn alle Atomkraftwerke vom Netz sind, bleibt die Frage: Wie umgehen mit dem gefährlichen Strahlenmüll? Foto: Markus Distelrath/Pixabay
Während Teamleiter in anderen Branchen das Meeting in der kommenden Woche planen oder die Präsentation der nächsten Quartalszahlen, denkt Detlev Möller vorrangig nicht in Monaten und Jahren, sondern in Jahrzehnten, Jahrtausenden und noch längeren Zeiträumen: Er leitet das Fachgebiet F5 beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), die sogenannte „Langzeitdokumentation“. Deren Aufgabe sprengt die menschliche Zeitvorstellung: „Das Standortauswahlgesetz schreibt vor, wie lange Atommüll in Deutschland sicher aufbewahrt werden soll: nämlich für eine Million Jahre“, sagt der Historiker.
Zu der Frage nach dem richtigen Umgang mit hochradioaktiven Substanzen gehört nicht nur die Auswahl eines geeigneten Endlagers, das bis 2031 gefunden sein soll. Sondern es knüpft sich auch das weitreichende Problem an: Welche Botschaften funktionieren in einer Welt, in der die Menschen wahrscheinlich ganz anders kommunizieren und wie können sie gewarnt werden? „Wir müssen davon ausgehen, dass künftige Generationen auf die Endlager aufmerksam werden, sich fragen, was sich dort verbirgt und schlimmstenfalls dort bohren“, sagt Fachgebietsleiter Möller.
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