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Social Media: Warum ein Verbot schwer umsetzbar ist

Bundes- und Landespolitiker fordern Altersbeschränkungen für Social-Media-Plattformen wie TikTok. Auch das EU-Parlament sprach eine Empfehlung aus. Doch Experten sehen technische und rechtliche Hürden – und haben einen anderen Vorschlag.

27.11.2025 13:48
Jugendliche am Handy. Foto: Adobe Stock / Monkey Business
Jugendliche am Handy. Foto: Adobe Stock / Monkey Business

Ein Freitagabend, diesen Oktober: Der ehemalige Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, tritt ans Mikrofon der Negativpreisverleihung „BigBrotherAwards“ in Bielefeld. Seit 25 Jahren macht der Verein Digitalcourage mit der Veranstaltung auf Datenschutzverstöße und übermäßige Überwachung aufmerksam. Weichert ist heute einer der Laudatoren. „Den BigBrotherAward 2025 in der Kategorie Social Media erhält die chinesische Plattform TikTok“, beginnt er seine Rede. 

Den Negativpreis erhalte TikTok nicht nur, weil es den Datenschutz verletzte und Hatespeech sowie Fake-News verbreite, sondern auch weil es Menschen in ihren politischen Überzeugungen manipuliere und abhängig mache – insbesondere Minderjährige. „Meine heutige Laudatio ist für mich etwas Besonderes“, sagt Weichert. Sie richte sich nicht nur an den Preisträger und an die Öffentlichkeit, sondern insbesondere an seine Enkelin. „Ich nenne sie hier „Marie“. Marie ist 17 Jahre alt und nutzt mit Begeisterung TikTok. Die Laudatio wendet sich zudem an die Millionen Jugendlichen, die in ähnlichem Maße TikTok nutzen.“

Social Media-Verbot: EU-Parlament spricht Empfehlung aus

Die Debatte um ein mögliches Verbot von Social-Media-Diensten wie TikTok und Instagram bis zu einer bestimmten Altersgrenze ist in vollem Gange. Für Furore sorgte der Vorstoß von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Juni, den Zugang erst ab 16 Jahren zu ermöglichen. Ebenfalls im Juni forderte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) ein entsprechendes Gesetz. Das Mindestalter könne „bei 14 oder 16 liegen, darüber werden wir sprechen müssen“, sagte die Ministerin. Kritiker bemängeln, dass dadurch Grundrechte von Heranwachsenden eingeschränkt werden: die Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und digitale Teilhabe. Eine Expertenkommission der Bundesregierung soll nun bis zum Sommer nächsten Jahres konkrete Vorschläge erarbeiten, wie eine Altersbeschränkung in Deutschland aussehen könnte.

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