Mehr als 1,2 Millionen Geflüchtete aus der Ukraine leben in Deutschland, viele sind ukrainisch-orthodox. Der letzte Wunsch ist es oft, in der Heimat beerdigt zu werden. Doch das ist häufig eine Herausforderung.
Friedhof in der Ukraine: Die Bestattung ist im ukrainisch-orthodoxen Glauben mit vielen Ritualen verbunden. Foto: Adobe Stock / Sergii Figurnyi
Wer stirbt, gilt im orthodoxen Glauben weiter als Teil der Gesellschaft, oft spricht man von Vorausgegangenen. Zu den Traditionen gehört es, mit den Verstorbenen ein gemeinsames Mahl auszurichten. So ist es auch in der Familie Frantseva. Üblich sei es, die Gräber an Ehrentagen wie dem Geburtstag oder dem Todestag zu besuchen, sagt Iuliia Frantseva. „Normalerweise legen wir dann ein Brot auf das Grab oder Süßigkeiten“, erklärt die junge Frau. Doch die Zeiten sind nicht normal: Im Heimatland von Frantseva, der Ukraine, tobt seit bald drei Jahren der Krieg.
Die Angehörigen von geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern, die in Deutschland sterben, stellt das oft vor ein Dilemma: Wie kommen sie dem letzten Wunsch des Verstorbenen nach, eine Ruhestätte in der Heimat zu finden und ihre Tradition zu pflegen – obwohl rundherum ukrainische und russische Soldaten kämpfen? Wie können sie dem Toten die letzte Ehre erweisen, ohne sich selbst zu gefährden?
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