Professionelle Treuetester flirten vergebene Männer und Frauen an – im Auftrag von deren Partnern. Welche Anzeichen es gibt, dass man betrogen wird, wie die Treuetests funktionieren und ob sie ihren Job für unethisch halten, berichten zwei Testerinnen.
Treuetest: Lockvögel prüfen auf Affärentauglichkeit - im Auftrag der Partnerin oder des Partners. Foto: Adobe Stock / clownbusiness
Am Anfang steht Misstrauen. Und Verdacht. Er dreht sein Handy um. Macht Überstunden, die es vorher nicht gab. Drückt Anrufe weg. Hat er Geheimnisse? Was verbirgt er? Der heimliche Blick auf sein Smartphone gibt erste Aufschlüsse: die Anmeldung auf einem Flirtportal. Kontakte auf dem Messenger zu anderen Frauen, vielleicht sogar Nacktbilder von ihnen. Eindeutige Indizien. Doch er streitet alles ab, dreht den Spieß um: „Warum misstraust du mir? Du bist ja krankhaft eifersüchtig!“.
Therese Kersten hat das erlebt. Sie war als junges Mädchen, gerade volljährig, mit einem wesentlich älteren Mann zusammen. Es gab Anzeichen, starke sogar, und es gab Lügen. „Du bildest dir das alles nur ein“, bekam Kersten zu hören, immer wieder. „Er hat mich behandelt, als ob ich einen Dachschaden hätte“, erinnert sich die heute 34-Jährige. Zunehmend misstraute die junge Frau nicht nur ihrem Partner, sondern ihrer eigenen Wahrnehmung und Intuition. Kersten brauchte Gewissheit. Spionierte ihrem Partner nach, stalkte ihn. Und fand heraus, dass ihr Verdacht berechtigt war, sie seit Jahren betrogen wurde. Ein Schock.
Melden Sie sich unter diesem Link zu unserem Newsletter an, um den Zugang freizuschalten.